Archiv für die Kategorie ‘Arge’

Humor habe ich jetzt wieder gefunden

September 24, 2009

Meinen Humor habe ich jetzt wieder gefunden.

Der war mir neulich in der Tat abhanden gekommen, als mich eine unseriöse Briefkastenfirma aus Merzenich im Kreis Düren dazu nötigen wollte, in ihrem Austrage in Essen auf der Messe „Schweißen und Schneiden“ als Standwache zu arbeiten. Die hielten es nicht einmal für nötig, mir eine Bezahlung zu versprechen! Da siehste mal, wie selbstverständlich manche Arbeitgeber von Arbeitslosen heute schon erwarten, für umsonst zu kommen! Besonders pikant: die Firma aus Merzenich legte großen Wert darauf, dass ich auf der Messe Essen keinem erzählen sollte, dass DIE mich geschickt hatten. Ich sollte mich als Mitarbeiter einer ganz anderen Firma auszugeben. Versteht Ihr jetzt, warum ich nicht „ins Uhrwerksystem“ integriert werden will? Ich lass’ mich nicht verarschen, vor allem nicht beim Preis! Reicht mir schon, dass ich dauernd von Arbeitsvermittlern ernsthaft dazu aufgefordert werde, mich freiwillig verarschen zu lassen! Falsche Freunde, die das ebenfalls tun, brauche ich ungefähr so nötig wie ein Loch im Kopf!
Just think about it!

Love + Bier

Hanzel

Frechheiten der Arge

Juli 8, 2009

Liebe Schmusibusis,

letzten Donnerstag klingelte bei uns um 15.50 Uhr das Festnetztelefon. Ich ging dran im irrigen Glauben, Jemand wollte mir zum Geburtstag gratulieren. Stattdessen war eine Schlampe von einer Zeitarbeitsfirma in Duisburg – Neudorf dran, die allen Ernstes wollte, dass ich alles stehen und liegen lassen und bis 16.45 Uhr da antanzen sollte, um für einen ab dem nächsten Tag geplanten Arbeitseinsatz die Papiere fertig zu machen. Habe ich natürlich NICHT gemacht, zumal ich von der ARGE bis einschl. letzten Sonntag Urlaub gekriegt hatte und mich zu der Zeit daher hochoffiziell gar nicht um Arbeit bemühen musste.  Aber jetzt verstehe ich, wieso die Autoren von Benimm – Büchern immer beklagen,  dass die Leute heutzutage keine Manieren mehr haben!

Wirklich ‘ne Frechheit sowat, finden ’se nicht auch?

Hanzel

für immer arbeitslos

März 11, 2009

Kuckuck!

Auf der Euro – Schule, wo mich die ARGE zwangsweise zum Bewerbungstraining hingestoppt hat, hatten wir heute beim netten Lehrer Herrn S****** das interessante Unterrichtsthema: „Die wahre Bedeutung von Formulierungen im Arbeitszeugnis“. Als ich ihm mein Arbeitszeugnis von der Bahn zeigte, attestierte er mir alle Chancen, für immer arbeitslos zu bleiben.

Konkret:

- Name und Anschrift oben links sind eigentlich rechtlich unzulässig und bedeuten soviel wie: „Dem haben wir das Arbeitszeugnis nicht persönlich ausgehändigt, sondern nach Hause geschickt, weil wir den so sehr hassen, dass er bei uns Hausverbot hat.“ Wird normalerweise verwendet, wenn einer geklaut hat. Hat mich doch etwas überrascht, da ich nach Unterschrift unter den Aufhebungsvertrag DURCHAUS ins Verwaltungsgebäude noch reingekommen bin, als noch Gedönskram zu erledigen war. Aber ich bin beruhigt!

- Die Kürze des Zeugnistextes, die fehlende Titelbezeichnung bei den Unterschriften, die Diskrepanz zwischen Ende des Arbeitsverhältnisses und des Unterschriftdatums sowie das fehlende „und viel Erfolg“ in der Dankesformel am Schluß bedeuten: „Das Arbeitsverhältnis endete im Streit. Wir sind froh, dass der weg ist.“ STIMMT, ich bin auch froh, dass ich da weg bin! Der vollständige Briefkopf oben rechts bedeutet: „Wir stehen dazu, man kann uns ruhig bei uns nachfragen.“ Mein Kommentar dazu: nicht nötig, das bestätige ich gerne selbst!

- Die Formulierung: „Seine Arbeitsergebnisse entsprachen im Allgemeinen den Anforderungen.“ bedeutet: „Der hat seine Arbeit so gerade mit Müh’ und Not noch geschafft, hatte aber zu kämpfen.“ STIMMT, deshalb war ich auch bereit, einen Haufen Geld für die Anwältin auszugeben, als die immer mehr von mir verlangt haben. Normalerweise wäre mir das zu teuer!

- Die Formulierung „Herr B******** bewältigte seinen Aufgabenbereich stets zu unserer Zufriedenheit. Sein persönliches Verhalten war zu jeder Zeit einwandfrei.“ Bedeutet: „Der hat so viel gemacht, wie er musste, aber mehr auch nicht.“ STIMMT, ich hatte keinerlei Bock drauf, jenen Kollegen nachzueifern, die die tarifliche Jahresarbeitszeit immer schon Ende November rumhatten (natürlich ohne dafür den Dezember zu Hause bleiben zu dürfen), obwohl meine Vorgesetzten das gerne wollten. Die Ziege wollte auch ’nen langen Schwanz…

Der nette Herr S****** empfahl mir, das Zeugnis nicht mehr Bewerbungen beizufügen, sondern nur noch Kurzbewerbungen (Anschreiben und Lebenslauf) abzuschicken, und das Zeugnis Arbeitgebern nur noch auf Verlangen vorzuzeigen. Ich glaube, ich werde es mir einrahmen und aufhängen, schließlich dokumentiert es jenes Ereignis, mit dem die Zeit, als man noch alles mit mir machen konnte, zu Ende ging.

Hanzel, der KAMPFKOLOSS