Archiv für März 2009

für immer arbeitslos

März 11, 2009

Kuckuck!

Auf der Euro – Schule, wo mich die ARGE zwangsweise zum Bewerbungstraining hingestoppt hat, hatten wir heute beim netten Lehrer Herrn S****** das interessante Unterrichtsthema: „Die wahre Bedeutung von Formulierungen im Arbeitszeugnis“. Als ich ihm mein Arbeitszeugnis von der Bahn zeigte, attestierte er mir alle Chancen, für immer arbeitslos zu bleiben.

Konkret:

- Name und Anschrift oben links sind eigentlich rechtlich unzulässig und bedeuten soviel wie: „Dem haben wir das Arbeitszeugnis nicht persönlich ausgehändigt, sondern nach Hause geschickt, weil wir den so sehr hassen, dass er bei uns Hausverbot hat.“ Wird normalerweise verwendet, wenn einer geklaut hat. Hat mich doch etwas überrascht, da ich nach Unterschrift unter den Aufhebungsvertrag DURCHAUS ins Verwaltungsgebäude noch reingekommen bin, als noch Gedönskram zu erledigen war. Aber ich bin beruhigt!

- Die Kürze des Zeugnistextes, die fehlende Titelbezeichnung bei den Unterschriften, die Diskrepanz zwischen Ende des Arbeitsverhältnisses und des Unterschriftdatums sowie das fehlende „und viel Erfolg“ in der Dankesformel am Schluß bedeuten: „Das Arbeitsverhältnis endete im Streit. Wir sind froh, dass der weg ist.“ STIMMT, ich bin auch froh, dass ich da weg bin! Der vollständige Briefkopf oben rechts bedeutet: „Wir stehen dazu, man kann uns ruhig bei uns nachfragen.“ Mein Kommentar dazu: nicht nötig, das bestätige ich gerne selbst!

- Die Formulierung: „Seine Arbeitsergebnisse entsprachen im Allgemeinen den Anforderungen.“ bedeutet: „Der hat seine Arbeit so gerade mit Müh’ und Not noch geschafft, hatte aber zu kämpfen.“ STIMMT, deshalb war ich auch bereit, einen Haufen Geld für die Anwältin auszugeben, als die immer mehr von mir verlangt haben. Normalerweise wäre mir das zu teuer!

- Die Formulierung „Herr B******** bewältigte seinen Aufgabenbereich stets zu unserer Zufriedenheit. Sein persönliches Verhalten war zu jeder Zeit einwandfrei.“ Bedeutet: „Der hat so viel gemacht, wie er musste, aber mehr auch nicht.“ STIMMT, ich hatte keinerlei Bock drauf, jenen Kollegen nachzueifern, die die tarifliche Jahresarbeitszeit immer schon Ende November rumhatten (natürlich ohne dafür den Dezember zu Hause bleiben zu dürfen), obwohl meine Vorgesetzten das gerne wollten. Die Ziege wollte auch ’nen langen Schwanz…

Der nette Herr S****** empfahl mir, das Zeugnis nicht mehr Bewerbungen beizufügen, sondern nur noch Kurzbewerbungen (Anschreiben und Lebenslauf) abzuschicken, und das Zeugnis Arbeitgebern nur noch auf Verlangen vorzuzeigen. Ich glaube, ich werde es mir einrahmen und aufhängen, schließlich dokumentiert es jenes Ereignis, mit dem die Zeit, als man noch alles mit mir machen konnte, zu Ende ging.

Hanzel, der KAMPFKOLOSS

Bewerbungstraining ist schööön!

März 9, 2009

Ihr hassenswerten Arschgeficke!

Ich hatte ja schon einen Horror, wie ätzend wohl das dieswöchige 39stündige Bewerbungstraining bei ESO sein würde. Aber mit dem netten Lehrer Herrn S*** (ehem. Referendar und Ausbilder bei Siemens) ist’s ein wahres Vergnügen! Ach, wären doch früher die Lehrer so nett gewesen, dann wäre ich gerne zur Schule gegangen.

Herr S*** hat Plan von Computer und Internet, und bringt mir nicht nur diesbezüglich noch was bei (z.B. wie nützlich der C-Cleaner ist, um unerwünschte Cookies zu löschen), sondern uns Arbeitslosen auch Verständnis entgegen, dass wir nicht wirklich arbeiten wollen. Er verarscht uns auch nicht, sondern nennt den wahren Grund, weshalb die ARGE so viel Geld zum Fenster rausschmeißt, um uns da sinnlos antanzen zu lassen; nämlich, weil sie denkt, wir Arbeitslose würden alle schwarz arbeiten und uns dabei stören will. Da es aber keinen Sinn macht, WIRKLICH 39 Stunden Bewerbungstraining in einer Woche zu machen, lässt er uns die Hälfte der Zeit gemütlich nach Wunsch im Internet surfen (wir dürfen uns ausdrücklich auch Tittenfotos anschauen), und hat uns auf die Webseite von Ebaum verwiesen, damit wir bei Internet-Spielen „den Umgang mit der Maus üben“ sollen. Ich habe heute den Umgang mit der Maus bei den Spielen „Kindergarten-Killer“ und „Stalingrad“ geübt. Bei Unterrichtsende entfernen wir mit dem C-Cleaner die Cookies, die beim Surfen entstanden sind, damit keiner nachvollziehen kann, welchen Schweinkram wir uns angeschaut haben. Bin mir schon am überlegen, ob ich nicht mal „Radio Wolfsschanze“ anschauen soll.

Mit den frechsten Beleidigungen verabschiedet sich

DER ACH SO VERBLÖDETE HANZEL